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Marley Spoon Kochbox

Marley Spoon im Test (2026): Erfahrungen, Preise und Bewertung

Die Kochboxen von Marley Spoon sind ideal für Hobbyköche, die gerne mal raffinierte Gerichte ausprobieren möchten. In sechs Schritten zaubern Sie leckeres Essen auf den Tisch.

* Wir verlinken mit sog. 'Affiliate-Links' auf Online-Shops und Partner, von denen wir unter Umständen eine Vergütung erhalten.

Zwölf Gerichte in vier Wochen, und mein Fazit fällt zweigeteilt aus. Marley Spoon kocht besser als HelloFresh, verlangt dafür aber mehr Zeit am Herd und einen besser gefüllten Vorratsschrank. Über Nudelpfanne und Standardcurry ist der Anbieter längst hinaus. Bei rund 20 vegetarischen und etwa 10 veganen Gerichten pro Woche kommt kein anderer klassischer Anbieter mit. Gestimmt hat allerdings keine einzige Zeitangabe auf den Rezeptkarten, und eine meiner vier Boxen kam einen Tag zu spät. Bleiben 4,5 von 5 Punkten.

Marley Spoon auf einen Blick
Getestet Juli 2026, 4 Wochen, 12 Gerichte
Rezepte pro Woche über 80, davon rund 20 vegetarisch und etwa 10 vegan
Boxgrößen Eigene Abos für 1, 2, 3 und 4 Personen, 2 bis 8 Mahlzeiten
Preis pro Portion 5,49 € bis 9,69 €
Versand ab 6,99 € pro Lieferung, je nach Liefertag und Zeitfenster
Lieferung deutschlandweit, Montag bis Freitag, Zeitfenster wählbar
Mindestlaufzeit keine, Kündigung 6 bis 7 Tage vor der Lieferung
Neukunden-Angebot bis zu 115 € Rabatt auf die ersten fünf Boxen

Dafür

  • Größte fleischlose Auswahl unter den klassischen Anbietern
  • Anspruchsvollere Rezepte, die Zutaten kamen frischer an als bei HelloFresh
  • Express-Gerichte in rund 15 Minuten, Hotline statt nur Chat

Dagegen

  • Zeitangaben zu knapp, ich lag bei jedem Gericht darüber
  • Vorratszutaten werden vorausgesetzt, mehr Abwasch als üblich
Bis zu 115 € Rabatt auf die ersten fünf Boxen
35 % plus kostenloser Versand auf die erste Box. Keine Mindestlaufzeit, Sie können direkt nach der ersten Lieferung wieder aussteigen.

Lange war Marley Spoon der Anbieter mit der größeren Auswahl. Dieses Argument zieht nicht mehr, HelloFresh hat bei der Zahl der Wochenrezepte aufgeholt. Auseinanderhalten lassen sich die beiden trotzdem, nur eben am Anspruch der Gerichte. Bei Marley Spoon liegen häufiger frische Kräuter im Karton statt fertiger Gewürzmischungen, und die Rezepte verlangen mehr Handgriffe. Pro Portion kostet das etwas mehr.

Die günstigere Schwestermarke Dinnerly ist seit dem 31. Januar 2025 Geschichte, ihre Rezepte sind im Marley-Spoon-Menü aufgegangen.

Marley Spoon Kochbox mit den Zutaten einer Wochenlieferung
Eine Wochenlieferung enthält die Zutaten portionsgenau abgepackt, dazu die Rezeptkarten zu jedem Gericht.

So habe ich Marley Spoon getestet

Vier Wochen lang habe ich im Juli 2026 die Box für zwei Personen bestellt und dabei zwölf Gerichte gekocht. HelloFresh hatte ich kurz davor nach demselben Schema durch, weshalb im Text immer wieder direkte Vergleiche auftauchen. Bezahlt habe ich alle Boxen selbst.

Bewertet habe ich nach fünf Kriterien, die vorher festgelegt waren:

  • Garzeit-Treue: Abweichung zwischen der Zeitangabe auf der Rezeptkarte und der tatsächlichen Arbeitszeit, gemessen vom ersten Schnitt bis zum Anrichten
  • Geschmack und Raffinesse: Würzung, Qualität der Kombinationen, Sättigung für zwei Erwachsene
  • Frische und Zutatenqualität: Zustand der Ware bei Ankunft, Kühlkette, Druckstellen, Haltbarkeit
  • Praxistauglichkeit: Verständlichkeit der Anleitung, Menge an Geschirr in der Spüle, Anteil an Zutaten, die man selbst im Schrank haben muss
  • Logistik und Service: Pünktlichkeit der Zustellung, Kulanz des Supports, Aufwand beim Pausieren und Kündigen

Vorteile und Nachteile von Marley Spoon auf einen Blick

Vorteile:

  • Über 80 Rezepte pro Woche, davon rund 20 vegetarisch und etwa 10 vegan: die breiteste fleischlose Auswahl unter den klassischen Kochbox-Anbietern
  • Anspruchsvollere Gerichte als bei der Konkurrenz, mit internationalen Rezepten und frischen Kräutern
  • Zutaten von ausgewählten Erzeugern, einzelne Posten in Bioqualität
  • Eigene Abos für 1, 2, 3 und 4 Personen, mit 2 bis 8 Mahlzeiten pro Woche
  • Lieferung lässt sich bis zu 8 Wochen im Voraus planen
  • Vegetarische, vegane und Low-Carb-Optionen ohne Aufpreis
  • Express-Linie mit Gerichten in rund 15 Minuten, für Abende ohne Zeit und Nerven
  • Bei Reis, Nudeln und Kartoffeln fallen die Mengen großzügiger aus als bei HelloFresh
  • Reklamationen gehen auch telefonisch, nicht nur per Chat wie bei den meisten Wettbewerbern
  • Abo jederzeit pausierbar oder kündbar, keine Mindestlaufzeit

Nachteile:

  • Portionspreise liegen über dem Marktdurchschnitt (ab 5,49 € pro Portion)
  • Versandkosten ab 6,99 € pro Lieferung kommen dazu, je nach Liefertag und Zeitfenster
  • Nur im Abo bestellbar, keine Einzelbestellungen möglich
  • Alle Personen einer Box erhalten dieselben Gerichte (keine getrennte Auswahl)
  • Die Zeitangaben auf den Rezeptkarten sind zu knapp kalkuliert, im Test lag ich bei jedem Gericht darüber
  • Vorratszutaten wie Mehl, Zucker, Butter, Rotweinessig oder Sojasoße werden vorausgesetzt
  • Mehr Abwasch als bei der Konkurrenz, oft zwei bis drei Töpfe plus Rührschüsseln
  • Änderungen und Kündigungen müssen 6 bis 7 Tage vor der Lieferung eingehen, das Fenster ist starrer als bei anderen Anbietern
  • Reklamationen werden meist als Guthaben im Kundenkonto verrechnet, nicht als Rückzahlung

Wie funktioniert die Marley Spoon Kochbox?

Sie schließen ein flexibles Abo ab und wählen jede Woche aus über 80 Kochrezepten. Was Sie ausgesucht haben, kommt portionsgenau abgewogen nach Hause. Im Kundenkonto lässt sich hinterlegen, was Sie gern essen, danach richten sich dann die Vorschläge.

Ganz ohne eigenen Vorrat geht es dabei nicht. Salz, Pfeffer und Öl reichen bei Marley Spoon nämlich nicht aus, mehrere Rezepte rechnen zusätzlich mit Mehl, Butter oder Essig aus dem eigenen Schrank. Fehlt eine dieser Zutaten, merken Sie das mitten in der Zubereitung.

Mehr als Kochboxen: Fertiggerichte, Protein+ und der Markt

Zwischen Kochbox und Fertigessen müssen Sie sich nicht entscheiden. Beides läuft über dieselbe Lieferung.

  • Fertiggerichte kommen gekühlt und schon zubereitet an. Einmal in die Mikrowelle, und nach wenigen Minuten steht das Essen auf dem Tisch. Gedacht für Abende, an denen das Kochen ausfällt.
  • Der Markt funktioniert wie ein kleiner Onlineshop neben der Wochenbox. Snacks, Desserts oder Frühstücksprodukte legen Sie einfach mit in die Lieferung.
  • Protein+ ist keine eigene Produktlinie, sondern ein Label. Es taucht bei Rezepten, Fertiggerichten und Markt-Produkten auf und markiert alles, was von Ernährungsexperten auf einen höheren Proteinanteil ausgelegt wurde. Ein entsprechend zusammengestellter Plan beginnt laut Anbieter bei rund 32 € pro Woche.

Zählt man Fertiggerichte und Markt-Artikel mit, wirbt Marley Spoon mit über 120 Positionen pro Woche. Zum Selberkochen bleiben die genannten 80 Gerichte.

Geöffneter Marley Spoon Karton mit nach Gerichten sortierten Papiertüten
Die Zutaten liegen nach Gerichten getrennt in Papiertüten. Das spart beim Einräumen in den Kühlschrank einiges an Zeit.
Marley Spoon unverbindlich testen
Rund 20 vegetarische und 10 vegane Gerichte pro Woche, dazu bis zu 115 € Rabatt auf die ersten fünf Boxen.

Wie gut sind die Rezepte und wie groß ist die Auswahl?

Über 80 Kochrezepte pro Woche stehen zur Wahl, was für sich genommen wenig aussagt, weil HelloFresh inzwischen im selben Bereich liegt. Aussagekräftiger ist die Zusammensetzung. Rund 20 Gerichte sind vegetarisch, etwa 10 rein vegan. Damit hat Marley Spoon die breiteste fleischlose Auswahl unter den klassischen Anbietern, und einen eigenen Tarif müssen Sie dafür nicht buchen.

Auf der Webseite und in der App filtern Sie nach Kategorien wie „Schnelle Küche” (unter 30 Minuten), „Vegetarisch“, „Vegan“, „Fit & Gesund”, „Familienfreundlich”, „Protein+” oder „Ohne Glutenzusatz“. Im Geschmacksprofil legen Sie fest, welche Zutaten Sie bevorzugen oder lieber ausschließen möchten. Einen Aufpreis für die fleischlosen Gerichte gibt es nicht.

Beim Niveau der Gerichte gehen die Anbieter dann auseinander. Andere bleiben bei Hackfleischpfanne und Ofengemüse, Marley Spoon traut sich mehr und kocht internationaler. Ob man das gut findet, hängt vom eigenen Feierabend ab. Vier Arbeitsschritte mehr sind für Hobbyköche ein Vergnügen und für alle anderen eine Zumutung.

Beispielgerichte aus dem Wochenmenü

Die mit „getestet” markierten Gerichte habe ich selbst gekocht und bewertet:

  • Vegetarisch: Syrischer Halloumi auf Linsensalat mit Granatapfel (getestet, mein Favorit), orientalische Röstkartoffeln mit Harissa-Joghurt
  • Vegan: Pilzrisotto mit hausgemachtem Kräuterpesto und Nährhefe statt Parmesan, glasierter Tofu in Teriyaki-Marinade, Penne mit Mandeln und Brokkoli-Gremolata
  • Fleisch: Rindersteak mit Chimichurri und Süßkartoffel-Wedges (getestet), Rigatoni mit Salsiccia und Fenchel (getestet)
  • Fisch: Kabeljau in Kokos-Curry mit Brokkoli (getestet, der Ausrutscher im Test)
  • Express in rund 15 Minuten: Thai-Style Hähnchen-Gartensalat (getestet)

Das komplette Wochenmenü lässt sich auf marleyspoon.de auch ohne Konto ansehen. Es wechselt jede Woche, einzelne Dauerläufer kommen aber regelmäßig zurück. Planen können Sie bis zu acht Wochen im Voraus.

Eine Einschränkung hat das System trotzdem. Pro Box gibt es nur eine gemeinsame Rezeptauswahl, und wenn zwei Menschen im Haushalt unterschiedlich essen, brauchen Sie zwei getrennte Boxen.

Wochenmenü von Marley Spoon mit Filtern für vegetarische und vegane Gerichte
Im Wochenmenü filtern Sie nach Vegetarisch, Vegan, Express oder Protein+. Rund 20 der über 80 Gerichte sind fleischlos.

Marley Spoon im Test: Wie groß sind die Portionen?

Marley Spoon führt vier getrennte Abos. Für zwei Personen wählen Sie zwei bis sechs Mahlzeiten pro Woche, beim 3-Personen-Abo sind es zwei bis fünf, bei vier Personen zwei bis vier.

Dazu kommt ein 1-Personen-Abo mit vier, sechs oder acht Mahlzeiten pro Woche. Auf der Bestellseite steht es nirgends deutlich, aber diese Single-Box zieht nicht aus dem kompletten Menü, sondern aus rund 20 schnellen und ausgewogenen Gerichten. Für die volle Auswahl fahren Sie mit dem 2-Personen-Abo besser und essen die zweite Portion am nächsten Tag als Mittagessen.

Satt werden zwei Erwachsene von einer 2-Personen-Portion auf jeden Fall, nachlegen musste ich nie. Bei den Beilagen ist Marley Spoon eher zu großzügig als zu knapp. Fünf bis sieben Tage Haltbarkeit verspricht der Anbieter, und für Gemüse und Kräuter kann ich das bestätigen. Fleisch und Fisch würde ich trotzdem innerhalb der ersten drei Tage verkochen oder einfrieren.

Wie liefert Marley Spoon?

Geliefert wird deutschlandweit an drei bis vier Tagen pro Woche, montags bis freitags. Welche Tage zur Auswahl stehen, hängt von der Region ab. Beim Zeitfenster wird es dann unangenehm. Standard sind 08:00 bis 19:00 Uhr, also praktisch der ganze Tag. Enger geht es mit 08:00 bis 12:00 Uhr, und wer das Fenster auf 08:00 bis 10:30 Uhr verkleinern will, zahlt 2,99 € extra. Einen Aufpreis dafür zu verlangen, dass man nicht elf Stunden zu Hause sitzt, finde ich schwer zu begründen.

Die Zustellung übernehmen DPD und regionale Expressdienste. Eine Benachrichtigung mit Trackinglink kommt vorher per Mail, und sind Sie nicht da, stellt der Fahrer das Paket vor der Tür ab. Fleisch und Fisch liegen ganz unten im Karton, zwischen Kühlpads auf Wasserbasis und einer Isolierschicht aus Recyclingpapier oder Schafwolle. Solange die Box am vereinbarten Tag ankam, war die Ware bei mir auch im Hochsommer verlässlich kalt.

Lohnt sich der Aufpreis gegenüber HelloFresh?

Der Portionspreis beginnt bei 5,49 € und reicht bis 9,69 €, dazu kommt Versand ab 6,99 € pro Lieferung. Für zwei Personen und drei Gerichte pro Woche sind Sie regulär bei rund 53 € inklusive Versand. Die vollständige Tarifübersicht steht in unserem Beitrag zu den Marley Spoon Kosten.

Ob Sie vegetarisch bestellen oder mit Fleisch und Fisch, spielt beim Preis keine Rolle. Das ist bei Kochboxen nicht selbstverständlich und rechne ich dem Anbieter hoch an.

Meine Antwort darauf ist ein Ja mit Einschränkung. Gegenüber HelloFresh zahlen Sie pro Portion etwas mehr und bekommen dafür Rezepte, an denen man tatsächlich etwas lernt. Über eine komplette Woche trägt sich das nicht. Fünf Abende hintereinander in dreißig Minuten fertig werden, das funktioniert mit dieser Box nicht, da kocht man sich in den Stress. Bei zwei bis drei Gerichten pro Woche geht die Rechnung dagegen auf.

Die harten Unterschiede im Vergleich:

Marley SpoonHelloFresh
Rezepte pro Wocheüber 80über 80
davon veganrund 10rund 6 bis 8
Portionspreis ab5,49 €5,10 €
Versandkostenab 6,99 €5,99 €
Kündigungsfrist6 bis 7 Tage5 Tage

Alle Tarife, Rechenbeispiele und den direkten Preisvergleich finden Sie in unserem Beitrag Marley Spoon oder HelloFresh im Vergleich.

Marley Spoon Kochboxen in unserem Test

Vier Boxen und zwölf Gerichte später lässt sich das ganz gut sortieren, und zwar in der Reihenfolge, in der es mir aufgefallen ist.

Angefangen bei der Sortierung. Die Zutaten liegen nach Gerichten getrennt in braunen Papiertüten, und dieser Unterschied fällt sofort auf, wenn man vorher eine Box ausgepackt hat, in der alles zusammen liegt. Selbst die Klebebänder sind größtenteils aus Papier. Soßen, Pasten und Nüsse stecken trotzdem einzeln in Plastik, und der Papierberg auf dem Küchenboden war jedes Mal beachtlich.

Die Zutaten waren eine Stufe frischer als bei HelloFresh. Die Kräuter hatten tatsächlich Aroma, statt nur als Deko in der Tüte zu liegen. Beim Fleisch sieht man den Unterschied zum Supermarkt schon, bevor man es anfasst. Die Farbe ist besser, die Struktur fester, und dieser wässrige Film in der Verpackung fehlt komplett.

Wöchentliche Rezeptauswahl bei Marley Spoon mit Neukunden-Angebot
Das Wochenmenü wechselt wöchentlich. Neukunden sehen hier, wie sich der Rabatt auf die ersten Boxen verteilt.

Diese Gerichte habe ich gekocht

Die Zeitangaben auf den Rezeptkarten sind offenbar für Leute kalkuliert, die im Tempo eines Profis schneiden. Ich habe keine einzige davon gehalten.

GerichtAngabeMeine ZeitNote
Syrischer Halloumi auf Linsensalat mit Granatapfel30 Min.35 Min.9,5/10
Rindersteak mit Chimichurri und Süßkartoffel-Wedges30 Min.40 Min.9/10
Express: Thai-Style Hähnchen-Gartensalat15 Min.18 Min.8,5/10
Rigatoni mit Salsiccia und Fenchel25 Min.30 Min.8/10
Kabeljau in Kokos-Curry mit Brokkoli30 Min.45 Min.3/10

Der Halloumi auf Linsensalat war das beste Gericht, das ich je aus einer Kochbox gekocht habe. Minze, Granatapfel und Zitrone hätten leicht ins Schrille kippen können, saßen aber exakt richtig. Satt wird man davon ebenfalls. Beim Steak hat mich die Fleischqualität überrascht, das hätte ich so nicht aus einem Karton erwartet. Nur die Wedges brauchten im Ofen zehn Minuten länger als angegeben.

Die Rigatoni mit Salsiccia sind das Gericht für Abende, an denen nichts schiefgehen soll. Deftig, gut gewürzt, in einer Pfanne fertig. Kulinarisch keine Offenbarung, dafür verlässlich. Am nächsten an seine Zeitangabe kam der Thai-Salat aus der Express-Linie: 18 statt 15 Minuten, kaum Schnippelarbeit, und trotzdem kein trauriger Feierabendteller.

Ein Gericht ist komplett gescheitert, und das lag nicht an mir. Der Kabeljau soll laut Rezept viel zu früh mit Flüssigkeit abgelöscht werden, wobei der Fisch in Flocken zerfällt. Dazu passen die Garzeiten nicht zueinander, der Brokkoli war noch hart, als der Fisch schon verkocht war. Fad blieb die Currybasis obendrein. Einen Ausfall bei zwölf Gerichten kann man verkraften, aber dieses Rezept hätte in dieser Form niemand in die Box legen dürfen.

Was beim Kochen in der Praxis auffällt

Einplanen sollten Sie vor allem den Abwasch. Wegen der Soßenansätze und Toppings standen bei mir regelmäßig zwei bis drei Töpfe plus Rührschüsseln in der Spüle. Nach dem Essen kommt also noch eine Viertelstunde Arbeit dazu.

Das zweite Thema ist der Vorratsschrank, und der hat mich im Test am meisten geärgert. Ein Tütchen Mehl kostet im Einkauf Cent, das ließe sich also leicht vermeiden. Stattdessen stellt man abends um sieben fest, dass der Rotweinessig fehlt, und kocht eben ein anderes Gericht.

Bei den Kohlenhydraten ist Marley Spoon dafür spendabler als HelloFresh. Reis, Nudeln und Kartoffeln waren bei jedem Gericht reichlich bemessen. Hungrig ist bei mir niemand vom Tisch aufgestanden, was bei Kochboxen keine Selbstverständlichkeit ist.

Das Beste an der ganzen Box sind die Rezeptkarten. Jedes Gericht ist in sechs bebilderten Schritten erklärt, dazu kommt eine vollständige Zutatenliste samt Nährwertangaben. Auf der einen Seite stehen die Mengen für zwei Personen, auf der anderen für vier. Ein Rezept lässt sich später also ohne Weiteres in anderer Gruppengröße nachkochen.

Kundenservice und Lieferung im Test

Hier liegt die Schwachstelle. Eine meiner vier Boxen kam einen ganzen Tag zu spät, und die Kühlpads waren zu diesem Zeitpunkt komplett aufgetaut. Bei Hackfleisch im Hochsommer wirft man das Gericht dann weg, da hilft kein gutes Zureden.

Der Support hat das besser aufgefangen als erwartet. Neben dem Chat in der App gibt es eine echte Telefonhotline, die bei den meisten Wettbewerbern fehlt. Nach zwei Minuten Wartezeit hatte ich einen freundlichen Mitarbeiter am Ohr, der sich entschuldigt und die Gutschrift sofort zugesagt hat.

Schwach finde ich allerdings die Form der Gutschrift. Es gibt Guthaben fürs Kundenkonto, kein Geld zurück. Verliert man wegen einer aufgetauten Box das Vertrauen und kündigt, verfällt der Ausgleich einfach. Bei einem Anbieter dieser Preisklasse erwarte ich an der Stelle mehr.

Mein Favorit im Test: Halloumi auf Linsensalat
Die Gerichte aus meinem Test stehen regelmäßig im Wochenmenü. Erste Box mit 35 % Rabatt und kostenlosem Versand.

Wie bestellt man bei Marley Spoon?

Die Bestellung auf marleyspoon.de dauert keine fünf Minuten. Sie wählen Personenzahl und Gerichte, geben Adresse und Liefertag an und bezahlen per Kreditkarte, PayPal oder Lastschrift.

Auf eine Sache war ich nicht vorbereitet. Abgebucht wird rund eine Woche vor der Lieferung und nicht bei der Bestellung, das Geld ist also weg, bevor irgendetwas an der Tür klingelt. Überspringen Sie eine Woche, berechnet Marley Spoon nichts, allerdings muss auch das vor der Abbuchung erledigt sein.

Bestellvorgang bei Marley Spoon: Personenzahl, Gerichte und Liefertag wählen

Wie kündigt man Marley Spoon?

Das Abo hat keine Mindestlaufzeit, Sie können also direkt nach der ersten Box aussteigen. Achten müssen Sie nur auf die Frist. Änderungen und Kündigungen müssen 6 bis 7 Tage vor dem nächsten Liefertermin eingehen, was starrer ist als bei anderen Anbietern. Verpassen Sie den Termin, kommt die nächste Box noch, und bezahlt wird sie ebenfalls.

Vorher lohnt die Frage, ob es eine Kündigung überhaupt sein muss. Für einen Urlaub oder eine Woche ohne Kochlust reicht es, die Lieferung im Konto zu überspringen. Berechnet wird dann nichts und das Abo läuft danach normal weiter. Solche Pausen lassen sich bis zu acht Wochen im Voraus einplanen.

So läuft die Kündigung:

  • Im Kundenkonto die Profileinstellungen öffnen, dort liegt die Option zum Beenden des Abos
  • Zwei bis drei Rückfragen bestätigen, darunter ein Rabattangebot fürs Bleiben
  • Die Bestätigung kommt per E-Mail, bei mir im Test sofort

Ein Hinweis noch, der sonst Geld kostet. Ausgleich für verdorbene oder fehlende Zutaten gibt es als Guthaben auf dem Kundenkonto und nicht als Rückzahlung. Kündigen Sie direkt nach der Reklamation, verfällt es. Reklamieren Sie also zuerst, verbrauchen Sie das Guthaben, und kündigen Sie danach.

Was sagen andere Kunden über Marley Spoon?

Auf Trustpilot haben rund 2.600 Kunden Marley Spoon bewertet, unterm Strich mit der Note „Gut”. Gelobt werden vor allem die Rezeptvielfalt und die Qualität der Zutaten.

Bei der App gehen die Urteile weit auseinander. 1.834 Bewertungen im Apple App Store ergeben 4,5 von 5 Sternen (Stand April 2026), die Android-Version kommt nur auf 3,9. Mit einem Android-Gerät stellen Sie sich also besser auf eine etwas holprigere Bedienung ein.

Wiederkehrende Kritik gibt es an der Abo-Abwicklung und am Kundenservice. Einige Kunden berichten, dass Pausieren und Kündigen nicht intuitiv genug funktionieren, und das deckt sich mit meinem Eindruck. Der Weg über die Profileinstellungen ist machbar, die Frist von 6 bis 7 Tagen vor der Lieferung dagegen knapp bemessen. Auch verspätete Lieferungen tauchen in den Bewertungen auf. Genau das ist mir in vier Testwochen einmal passiert.

Was tun, wenn Zutaten fehlen oder beschädigt sind?

Bei frischer Ware kommt es vor, dass ein Gemüse eine Druckstelle hat oder eine Zutat fehlt. Melden können Sie das über den Chat in der App oder telefonisch, am besten noch am Tag der Lieferung, solange sich der Zustand der Ware fotografieren lässt.

In den Bewertungen zeigt sich dabei ein Muster. Kunden, die sich beim Support melden, bekommen in der Regel eine Gutschrift, während der Ärger in einer Rezension nichts einbringt. Bei mir lief die Reklamation unkompliziert, den Ausgleich gab es als Guthaben aufs Kundenkonto.

Wer steckt hinter Marley Spoon?

Marley Spoon wurde im Sommer 2014 in Berlin gegründet, von Fabian Siegel und Till Neatby. Siegel hatte vorher den Lieferdienst Lieferheld mit aufgebaut und Delivery Hero geführt. Der Sitz liegt bis heute am Paul-Lincke-Ufer in Kreuzberg.

Über der Marke steht die Marley Spoon Group SE mit Sitz in Luxemburg, entstanden aus der Übernahme durch die Beteiligungsgesellschaft 468 SPAC II SE. Ende 2023 wurde das Unternehmen von der australischen Börse genommen, ein Konsortium um Siegel und den deutschen Finanzinvestor Perusa übernahm die Anteile. Gehandelt wird die Aktie seitdem in Frankfurt. Siegel selbst hat den Vorstand im Juni 2024 verlassen, seitdem führt der frühere Betriebschef Daniel Raab das Geschäft.

Klein ist der Anbieter nicht, wächst momentan aber auch nicht. Für 2025 weist die Gruppe rund 238 Millionen Euro Umsatz aus, nach knapp 308 Millionen im Jahr davor.

Zur Gruppe gehört außerdem der australische Fertiggerichte-Dienst Chefgood. Die Billigmarke Dinnerly läuft in Deutschland nicht mehr, in Australien und den USA schon. In den USA verkauft das Unternehmen die Kochbox unter dem Doppelnamen Martha Stewart & Marley Spoon, ein Lizenzgeschäft, das 2016 begann und bis Ende 2026 verlängert wurde. In Europa ist der Anbieter in Deutschland, Österreich, Belgien, Dänemark und den Niederlanden aktiv.

Woher kommen die Zutaten?

Marley Spoon bevorzugt nach eigenen Angaben kleine europäische Erzeuger, traditionelle Familienbetriebe und Lebensmittel-Start-ups. Anders als die meisten Wettbewerber nennt der Anbieter dabei Namen. Einige Beispiele aus der Lieferantenübersicht:

  • Lachs von VÅRLAKS aus Norwegen, ohne Antibiotika, Hormone oder synthetische Farbstoffe im Futter und laut Erzeuger vollständig rückverfolgbar
  • Eier durchgehend aus biologischer Haltung, mit Auslauf und Futter von unbehandelten Flächen
  • Bio-Pasta von Basta! aus Sizilien, hergestellt am Fuß des Ätna
  • Olivenöl, Trüffelöl und Balsamico von Liquido d’Oro aus Italien
  • Kimchi von Oh Na Mi, handgemacht in den Niederlanden
  • Pflanzliches Fleisch von The Vegetarian Butcher

Bei den Hauptzutaten, die den Preis machen, endet die Transparenz dann aber. Für Hähnchen, Rind oder Gemüse gibt es keine vergleichbare Herkunftsangabe, und eine Bio-Zertifizierung für die gesamte Box existiert nicht. Gemerkt habe ich die Qualität im Test trotzdem, an Kräutern mit echtem Aroma und an Fleisch, das fester war als im Supermarktregal. Belegen kann ich das nur mit dem eigenen Eindruck und nicht mit einem Siegel.

Wie nachhaltig ist Marley Spoon?

Beurteilen ließ sich das beim Auspacken besser als an irgendeinem Werbeversprechen. Der Karton ist Pappe, die Tüten für die einzelnen Gerichte sind aus Papier, ein großer Teil der Klebebänder ebenfalls. Für die Kühlung sorgen Pads auf Wasserbasis und eine Isolierschicht aus Recyclingpapier oder Schafwolle. Von einer gekühlten Lieferung hätte ich deutlich mehr Kunststoff erwartet.

Vollständig plastikfrei ist die Box aber nicht. Soßen, Pasten und Nüsse kommen weiterhin einzeln in Folie, und der Papierberg nach dem Auspacken ist trotz recycelbarer Materialien ansehnlich. Dagegen rechnen muss man allerdings die portionsgenaue Lieferung, denn am Ende der Woche landet kaum etwas im Müll. Gegen den halben Bund Petersilie, der sonst im Kühlschrank verdirbt, sieht die Bilanz auf einmal anders aus.

Alles, was darüber hinausgeht, bleibt dünn. Zu CO2-Ausgleichsprojekten äußert sich das Unternehmen nur nach eigenen Angaben, und eine unabhängige Zertifizierung für Verpackung oder Klimabilanz gibt es nicht. Die Verpackung ist also durchdacht, aber über Nachhaltigkeit definiert sich dieser Anbieter nicht.

Welche Alternativen gibt es zu Marley Spoon?

Marley Spoon passt nicht in jeden Haushalt. Je nachdem, woran es scheitert, gibt es sinnvollere Optionen.

  • Zu teuer: HelloFresh liegt pro Portion darunter und setzt auf einfachere Alltagsgerichte. Wie sich die beiden im Detail unterscheiden, haben wir in unserem direkten Vergleich aufgeschrieben.
  • Zu viel Aufwand: Zum Aufwärmen statt Kochen müssen Sie den Anbieter nicht wechseln. Die Fertiggerichte laufen über dasselbe Konto, und die Express-Rezepte sind in rund 15 Minuten fertig.
  • Nachhaltigkeit ist entscheidend: Wyldr arbeitet konsequenter mit Bio-Zutaten und weniger Plastik. Marley Spoon kann hier kein Zertifikat vorweisen.
  • Kein Abo gewünscht: Einige Anbieter verkaufen Boxen einzeln. Einen Überblick finden Sie in unserer Übersicht zu Kochboxen ohne Abo.
  • Kochen für eine Person: Bei den meisten Anbietern beginnt die Box erst bei zwei Personen. Welche Dienste Singles sinnvoll versorgen, steht in unserem Vergleich.

Marley Spoon ohne Risiko ausprobieren

Für Neukunden gibt es aktuell bis zu 115 € Rabatt, verteilt auf die ersten fünf Boxen. Weil das Abo keine Mindestlaufzeit hat, können Sie nach der ersten Lieferung wieder aussteigen und zahlen für den Einstieg weit weniger als den regulären Wochenpreis. Für einen einmaligen Versuch ist das günstiger als eine Probierbox bei der Konkurrenz.

Wie sich der Rabatt auf die fünf Boxen verteilt, welche Bedingungen gelten und was für Bestandskunden drin ist, steht in unserer Übersicht zum Marley Spoon Gutschein.

Häufige Fragen zu Marley Spoon

Kann man Marley Spoon nach der ersten Box kündigen?

Ja. Das Abo hat keine Mindestlaufzeit und lässt sich direkt nach der ersten Lieferung über die Profileinstellungen beenden. Achten müssen Sie nur auf die Frist von 6 bis 7 Tagen vor dem nächsten Liefertermin.

Kann man Marley Spoon ohne Abo bestellen?

Nein, Einzelbestellungen bietet Marley Spoon nicht an. Sie können das Abo aber sofort nach der ersten Box kündigen und so de facto einmalig bestellen. Anbieter mit echten Einzelbestellungen finden Sie in unserem Überblick zu Kochboxen ohne Abo.

Was ist besser: Marley Spoon oder HelloFresh?

Marley Spoon kocht besser, HelloFresh passt besser in den Alltag. Bei der Anzahl der Wochenrezepte liegen beide inzwischen gleichauf, bei jeweils über 80 Gerichten. Anspruchsvoller kocht Marley Spoon, das mit rund 20 vegetarischen und etwa 10 veganen Gerichten auch die breitere fleischlose Auswahl hat. Günstiger und schneller ist HelloFresh, und für Familien, die vier oder fünf Abende pro Woche abdecken müssen, auch die vernünftigere Wahl. Einen ausführlichen direkten Vergleich beider Anbieter finden Sie in unserem Beitrag Marley Spoon oder HelloFresh im Vergleich.

Fazit: Für wen lohnt sich Marley Spoon?

Meine Bewertung: 4,5 von 5 Punkten. Abzüge für die Preisgestaltung im oberen Segment, die zu knapp kalkulierten Zeitangaben, die Zustellung und die fehlende Möglichkeit, ohne Abo zu bestellen.

Nach vier Wochen habe ich das Abo nicht gekündigt, sondern auf zwei Gerichte pro Woche heruntergestellt. Darin steckt mein ehrlichstes Urteil über diese Box. Sie ist zu gut, um sie abzubestellen, und zu aufwendig für einen kompletten Wochenplan.

Marley Spoon ist die Kochbox für Haushalte, die am Kochen Spaß haben und nicht nur satt werden wollen. Die Gerichte sind ambitionierter als beim Rest des Marktes. Bessere Rezeptkarten habe ich in keiner anderen Box gesehen. Und für vegetarische oder vegane Ernährung gibt es unter den klassischen Anbietern nirgends mehr Auswahl.

Auf die Rezeptanzahl sollten Sie dabei nicht mehr schauen, da hat HelloFresh aufgeholt. Was die beiden trennt, ist der Anspruch der Gerichte und die Qualität dessen, was im Karton liegt. Geht es Ihnen abends vor allem darum, schnell fertig zu werden, sind Sie bei HelloFresh günstiger unterwegs.

Ausprobieren können Sie das ohne Risiko: bis zu 115 € Neukunden-Rabatt, und nach der ersten Box lässt sich das Abo wieder beenden.

Testergebnis: 4,5 von 5 Punkten
Wer gerne kocht, bekommt hier das beste Rezeptniveau am Markt. Mit bis zu 115 € Rabatt lässt sich das für eine Box ausprobieren.